Samstag, 18. Dezember 2010

Soulful Update.

Wie der Common Man in Amerika die Finanzkrise erlebt, das erzählte uns in diesem Jahr der großartige Storyteller Aloe Blacc auf „I Need a Dollar“. Mit dem dazugehörigen Album „Good Things“ gelang dem Kalifornier ein zeitgemäßes Update der Soulmusik – weg von rein schwarzen Themen wie den Bürgerrechten oder dem Search for Black Identity ins multikulturelle, krisengeplagte und politikverdrossene Amerika des Jahres 2010. Wenn Bushs Amerika die Musik rebellischer machte, so klingt sie unter Obama nachdenklicher und geheimnisvoller, aber dadurch nicht weniger politisch und sozialkritisch. Aloe Blacc erzählt persönliche Geschichten über die Kehrseite des American Dream. Und wenn er diese mit seiner faszinierenden Bühnenpräsenz auch in Europa darbietet, spätestens dann wissen wir, dass auch uns diese Geschichten etwas angehen: „People don’t seem to smile anymore. That’s why I want you to go out there and make somebody smile“, rief er bei seinen Konzerten ins Publikum. Ein guter Vorsatz fürs neue Jahr!

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Aus: TRAFFIC, Dezember 2010

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